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Lehrstellen sichern, Jugendarbeitslosigkeit verhindern

Nationalrat Simon Stadler befürchtet, dass die aktuelle schwierige Wirtschaftslage Auswirkungen auf das Lehrstellenangebot haben könnte. Er fordert daher den Bundesrat in einer Motion auf, entsprechende Massnahmen zu ergreifen.


Eingereichter Text

Der Bundesrat wird beauftragt, mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt Massnahmen zu ergreifen, um die negativen Folgen der COVID-19 Massnahmen auf die Lehrbetriebe und die Jugendlichen vor, in und nach der Lehre zu mindern. So hat er mit geeigneten Massnahmen sicherzustellen, dass ein weiterhin attraktives Lehrstellenangebot erhalten bleibt, allenfalls verpassten Lernstoff während der Lehre aufgeholt werden kann und Stellensuchende nach dem Lehrabschluss so unterstützt werden, dass eine Arbeitslosigkeit verhindert werden kann. Zudem hat er jene Massnahmen zu ergreifen, mit denen er bei einer allfälligen zweiten Welle, die negativen Auswirkungen auf die Lehrbetriebe und die Jugendlichen auffangen will. Das Ziel muss es sein, unserer Wirtschaft längerfristig den Nachwuchs an gut qualifizierten Arbeitskräften zu sichern.

Begründung:

Die Corona-Krise mit dem Shutdown trifft die Wirtschaft hart und hat auch direkte Auswirkungen auf die berufliche Grundbildung. Die Situation wird zum Teil je nach Branche und Region anders sein. Fallen infolge der Krise im Herbst oder im Jahre 2021 Lehrstellen weg, wird der Wirtschaft in 4-5 Jahren der Nachwuchs von gut qualifizierten Fachkräften fehlen.


Die Lehrbetriebe müssen bei diesen für sie existenziellen langfristigen Entscheiden unterstützt werden. Aber auch die betriebliche, schulische und überbetriebliche Ausbildung der Jugendlichen in der Lehre war und ist beispielsweise durch die Kurzarbeit und Betriebsschliessungen betroffen. Home-Office war für die Betriebe und die Jugendlichen insbesondere bei der betriebspraktischen Ausbildung eine besondere Herausforderung.


Die Verbundpartner Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt sind hier gefordert, das Nachholen von verpasstem Unterrichtsstoff zu unterstützen. Schlussendlich lehren uns die Erfahrungen, dass in konjunkturell schwachen Jahren ein beträchtlicher Anteil der Berufseinsteiger für eine bestimmte Zeit arbeitslos wird. Denn es werden nach dem Lehrabschluss weniger Jugendliche im bisherigen Betrieb weiterbeschäftigt werden können. Um eine Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern, braucht es unterstützende Massnahmen für den Einstieg ins Berufsleben. Schlussendlich ist zwar jede Krise wieder anders, aber es muss auch interessieren, welche Vorbereitungen bereits heute im Hinblick auf eine allfällige zweite Welle getroffen werden.

Mit dem Forschungsprojekt "LehrstellenPuls" erhebt die ETH Zürich gegenwärtig monatlich den Einfluss von COVID-19 auf die Lehrbetriebe und die Berufslernenden. Damit stehen laufend aktuelle und wichtige Grundlagen zur Verfügung. Für Bundesrat Guy Parmelin beschäftigt sich eine Task Force mit den Auswirkungen der Corona-Krise auf die berufliche Grundbildung. Das Berufsbildungsgesetz gibt zudem dem Bundesrat die Möglichkeit, befristete Massnahmen zu ergreifen, wenn sich ein Ungleichgewicht zwischen dem Angebot von Lehrstellen und ihrer Nachfrage abzeichnen sollte (Art. 13 BBG). Es stehen somit allen Verbundpartnern als Entscheidungsträger die Informationen zur Verfügung, um nun schnell und zielgerichtet zu handeln. Ziel muss es sein, unser Berufsbildungswesen zu stärken und den Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften für unsere Wirtschaft zu stärken.




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